Charaktertest

Die vier Temperamente im 16 Typen Test

Die Unterteilung der Menschen in vier unterschiedliche Temperamente gilt als eines der ältesten Persönlichkeitsmodelle der Welt. Basis ist die Vier-Elemente-Lehre, die von griechischen Philosophen ab etwa 600 v. Chr. erdacht worden war. An dieses Gedankenmodell angelehnt entwickelte der griechische Arzt und Gelehrte Hippokrates von Kos um 400 v. Chr. die so genannte Humoralpathologie oder auch "Viersäftelehre". Diese wiederum verknüpfte der römische Arzt und Anatom Galenos von Pergamon gegen Ende des zweiten Jahrhunderts mit seiner Temperamentenlehre. Grundgedanke war die jeweilige Vorherrschaft eines der vier Säfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle) im entsprechenden Temperament. Seine vier Temperamente nannte Galenos "Sanguiniker", "Choleriker", "Melancholiker" und "Phlegmatiker". Die Unterschiede zwischen diesen Menschentypen lassen sich anschaulich am Gleichnis mit dem Stein verdeutlichen:

Stell Dir vor auf einer Reise versperrt ein Stein den Weg. Der Sanguiniker wird fröhlich darüber hinweg klettern. Der Choleriker wird den Stein wütend aus dem Weg schubsen. Der ausweichende Phlegmatiker wird einen Weg um den Stein herum suchen. Und der Melancholiker wird sich enttäuscht auf den Stein setzen und seine ganze Reise in Frage stellen.

Im späten Mittelalter inspirierten diese antiken Theorien den berühmten Arzt Paracelsus zu einer eigenen Formulierung von vier Temperamenten. Doch es war der Beginn des 20. Jahrhunderts als die Temperamentenlehre (zusammen mit der gleichzeitig aufblühenden Psychoanalyse Freuds) in den Fokus zahlreicher Forscher geriet. Zu dieser Zeit entwicklete etwa Carl Jung, der nach Freud wohl bedeutendste Psychoanalytiker, seine acht psychologischen Typen. Die wiederum stellten die Grundlage für die Entwicklung des MBTI sowie des daraus hervorgegangenen Keirsey Temperament Sorters dar. Und so steht letztlich auch das 1978 von David Keirsey ausgearbeitete Persönlichkeitsmodell in der Tradition der griechischen Philosophen der Antike.

Der 16 Typen Persönlichkeitstest auf Charaktertest orientiert sich an Keirseys Temperament-Modell, das die 16 Typen in "Idealisten", "Rationalisten", "Wächter" und "Kreative" gruppiert. Das sorgfältige Herausarbeiten der Unterschiede zwischen diesen Temperamenten ist wohl Keirseys Hauptbeitrag zu dem bereits bestehenden 16 Typen Persönlichkeitsmodell.


Idealisten "NF"

Rationalisten "NT"

Wächter "SJ"

Kreative "SP"

Idealisten

Auftreten: ca. 10% der Menschen
Basisfunktion: "NF" Intuitives Fühlen
Historisch: Moralist (Aristoteles), Choleriker (Galenos), inspiriert (Paracelsus), Idealists (Keirsey)

Menschen die dem Temperament der Idealisten angehören sind immer auf der Suche nach Identität und Bedeutung in ihrem Leben. Sie machen sich viele Gedanken und sind niemals einer philosophischen Diskussion abgeneigt. Was Idealisten den anderen Temperamenten voraus haben, ist ihre diplomatische Intelligenz — Kooperation geht ihnen vor Wettbewerb. Sie haben ein großes Talent im Umgang mit Menschen und entfalten dort auch ihre besonderen Stärken. Idealisten achten auf kleinste Details in Sprache oder Gestik ihres Gegenübers. Sie sind Streitschlichter, sie inspirieren andere und sie halten Gruppen zusammen. Hinter ihrer manchmal etwas verträumten Art stehen feste Überzeugungen die Idealisten durchs Leben leiten. Immer wieder sind Idealisten aber auch anfällig für Pseudowissenschaften und Aberglaube, was ihrer Liebe zu Spirituellem und zur Mystik geschuldet ist. Ihre logischen Fähigkeiten sind nicht weniger entwickelt als die anderer Temperamente, aber Rationalität ist für sie nur eine von mehreren Optionen. Keirsey unterscheidet Idealisten in "Mentoren" und "Advokaten".

 Mentoren sind proaktive Idealisten, die vor allem an der Entwicklung anderer, aber auch ihrer eigenen arbeiten. Die zwei Rollenvarianten sind die introvertierten Berater (INFJ) und die extrovertierten Lehrer (ENFJ).

 Advokaten sind reaktive Idealisten, deren Fähigkeiten vor allem in der Vermittlung zwischen Menschen liegen. Die zwei Rollenvarianten sind die introvertierten Heiler (INFP) und die extrovertierten Visionäre (ENFP).

Rationalisten

Auftreten: ca. 7% der Menschen
Basisfunktion: "NF" Intuitives Denken
Historisch: Dialektiker (Aristoteles), Phlegmatiker (Galenos), kurios (Paracelsus), Rationals (Keirsey)

Das Temperament der Rationalisten ist anteilsmäßig das kleinste. Rationalisten streben danach die Welt um sie herum zu verstehen und sie zu beherrschen. Ihr Trumpf gegenüber anderen Temperamenten ist ihre strategische Intelligenz — Planung, Konzeption und Entwicklung sind die Felder auf denen sie sich hervortun. Für einen Rationalisten muss alles Sinn ergeben und effizient gestaltet sein. Sie legen Wert auf präzise Kommunikation und sie leben in der Zukunft, für Vergangenes haben sie wenig Sentimentalität übrig. Autorität beeindruckt Ratonalisten nur wenn sie sich aus Wissen und Kompetenz ergibt. Rationalisten gelten daher mitunter als widerspenstige Untergebene. Dieser Nonkonformismus zusammen mit der intuitiven Präferenz kann zu einer gewissen sozialen Unter- und geistigen Überentwicklung führen. Keirsey unterscheiden Rationalisten in die Rollen der "Koordinatoren" und der "Ingenieure".

 Koordinatoren sind proaktive Rationalisten, die ihre Bestimmung im Arrangieren und Koordinieren finden. Sie unterscheiden sich in die zwei Rollenvarianten der introvertierten Forscher (INTJ) und der extrovertierten Generäle (ENTJ).

 Ingenieure sind reaktive Rationalisten, deren Fähigkeiten besonders effektives Konstruieren und Entwickeln darstellen. Ihre zwei Rollenvarianten sind die introvertierten Archtiekten (INTP) und die extrovertierten Entwickler (ENTP).

Wächter

Auftreten: ca. 40-45% der Menschen
Basisfunktion: "SJ" Sensorisches Urteilen
Historisch: Eigentümer (Aristoteles), Melancholiker (Galenos), fleißig (Paracelsus), Guardians (Keirsey)

Wächter zeichnen sich in erster Linie durch ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit aus. Sie erledigen ihre Aufgaben aus einem Pflichtgefühl gegenüber ihren Mitmenschen heraus. Ihre Stärke ist die logistische Intelligenz, sie machen konkrete Pläne und setzen sie gewissenhaft um. Sie sind fleißige und exakte Arbeiter. Wächter führen meist aufgeräumte und stukturierte Leben, sie halten Traditionen in Ehren und Werte wie Verantwortung und Konformität spielen für sie eine wichtige Rolle. Mehr als andere Temperamente neigen Wächter aber auch zum Pessimismus. Daher sind sie in der Regel sparsam, haben oft ein Polster für schlechte Zeiten angelegt. Wächtern ist zudem sehr an Sicherheit und Regelmäßigkeit gelegen. Keirsey unterscheidet Wächter in die zwei Rollen der "Administratoren" und der "Bewahrer".

 Administratoren sind proaktive Wächter, die sich um Regulierung und administrative Aufgaben kümmern. Die zwei Rollenvarianten sind die introvertierten Prüfer (ISTJ) und die extrovertierten Aufseher (ESTJ).

 Bewahrer sind reaktive Wächter, deren Fokus die Unterstützung anderer ist. Sie teilen sich in die zwei Rollenvarianten der introvertierten Beschützer (ISFJ) und der extrovertierten Versorger (ESFJ) auf.

Kreative

Auftreten: ca. 35-40% der Menschen
Basisfunktion: "SP" Sensorisches Wahrnehmen
Historisch: Hedonist (Aristoteles), Sanguiniker (Galenos), wandelbar (Paracelsus), Artisans (Keirsey)

Menschen die dem Temperament der Kreativen angehören, suchen vor allem die Abwechslung und Freiheit zu tun was immer sie wollen. Taktische Intelligenz ist ihre größte Stärke, das bedeutet sie fühlen sich mitten im Getümmel am wohlsten und sind dort auch am effektivsten. Kreative sind keine großen Planer oder Theoretiker. Sie leben im Hier und Jetzt und genießen das Leben in vollen Zügen. Sie sind großzügig, impulsiv und stehen gerne im Mittelpunkt, neigen aber auch zum Exzess und zur Übertreibung. Kreative sind keine sparsamen Typen, sie setzen ein was sie haben. Man kann sie kaum gegen ihren Willen dazu bringen etwas zu tun — haben sie sich aber etwas in den Kopf gesetzt, legen sie eine erstaunliche Ausdauer und Beharrlichkeit an den Tag und können mit Rückschlägen besser umgehen als andere Temperamente. Keirsey unterscheidet Kreative in die zwei Rollen der "Operatoren" und der "Unterhalter".

 Operatoren sind proaktive Kreative, die vor allem an der konkreten Umsetzung von Vorhaben und Plänen interessiert sind. Die Operatoren unterteilen sich in zwei Rollenvarianten: den introvertierten Bastler (ISTP) und den extrovertierten Förderer (ESTP).

 Unterhalter sind reaktive Kreative, die sich vor allem auf ihre Improvisationstalent verlassen. Die Rollenvarianten der Unterhalter sind: der introvertierte Künstler (ISFP) und der extrovertierte Darsteller (ESFP).